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Nachricht · Comunitat Valenciana, España

Die Betroffenen der DANA fordern eine Überprüfung des ES-Alert-Protokolls

Betroffenenverbände kritisieren, dass die Warnmeldung am 16. September erst um 22:08 Uhr eintraf, als es bereits zu Zwischenfällen gekommen war, und fordern klare Kriterien, damit Warnungen rechtzeitig erfolgen und der jeweiligen Notlage angemessen sind.

Ein Smartphone zeigt ein rotes Warnsymbol. Daneben liegen schlammige Stiefel und eine Taschenlampe auf einer Steinoberfläche.
Mit KI erzeugte konzeptuelle Illustration · Edition Business

Die Verbände der Betroffenen der DANA vom 29. Oktober 2024 haben den Zeitpunkt kritisiert, zu dem während des Starkregenereignisses am 16. September in der Provinz Valencia die ES-Alert-Meldung versandt wurde. Die Nachricht erreichte die Mobiltelefone um 22:08 Uhr, als es nach Angaben der Verbände bereits Überschwemmungen und Straßensperrungen gab und Menschen Schwierigkeiten hatten, nach Hause zu kommen. Sie fordern Erklärungen zu der Entscheidung und eine Überprüfung der Kriterien für die Aktivierung.

Die Kritik bedeutet nicht, dass die Verbände unterschiedslose Warnungen bei jedem Regen fordern. Bei einem gesonderten Auftritt während eines in València abgehaltenen OECD-Gipfels verlangten Vertreterinnen und Vertreter der Betroffenen, die Nutzung des Systems durch bessere Protokolle zu regeln: Die Nachricht solle mit ausreichendem Vorlauf eintreffen und an den Schweregrad sowie die Merkmale der jeweiligen Notlage angepasst sein. Sie warnten außerdem, dass Warnungen ohne angemessene Abstimmung die Wirksamkeit des Systems mindern könnten, während eine verspätete Warnung der Bevölkerung nützliche Informationen zum Selbstschutz vorenthalten könne.

Die Verbände kritisieren den Zeitpunkt der Warnung

Die Asociación de Víctimas y Damnificados por la DANA de Valencia erklärte, die Warnung sei verbreitet worden, nachdem es bereits zu Zwischenfällen gekommen war und viele Menschen auf Straßen und in Gewerbegebieten einem Risiko ausgesetzt waren. Der Verband forderte eine öffentliche Erklärung dazu, nach welchen Kriterien und zu welchem Zeitpunkt die Aktivierung der Warnung beschlossen wurde. Zu diesem Zeitpunkt galt eine orangefarbene Regenwarnung, und angesichts möglicher steigender Wasserstände in mehreren Flussläufen waren hydrologische Warnungen in Kraft.

Auch die Asociación de Víctimas Mortales de la dana del 29-O bezeichnete die Nachricht als verspätet. Sie erklärte, eine Warnung sei weniger hilfreich, wenn sie erst eintreffe, nachdem Straßen oder Tunnel gesperrt und Garagen überflutet seien. Für die betroffenen Familien ließ das Ereignis die mit den Überschwemmungen von 2024 verbundene Angst wiederaufleben, auch wenn der Verband zwischen den beiden Ereignissen unterschied und darauf hinwies, dass die Regenbedingungen nicht dieselben gewesen seien.

Sie fordern klare Protokolle und eine angemessene Kommunikation

Beim OECD-Gipfel fasste Rosa Álvarez, Sprecherin der Asociación de Víctimas Mortales Dana 29-O, die Forderung mit dem Satz zusammen, die Warnung «darf weder verspätet noch bei jedem Regen eintreffen». Mariló Gradolí, Sprecherin der Asociación de Víctimas de la Dana del 29 de octubre, sprach sich dafür aus, die Nachricht abgestimmt und wirksam zu übermitteln. Sie erinnerte daran, dass eine orangefarbene Warnung in den von der Flut betroffenen Gemeinden anders erlebt werde als in anderen Gebieten.

Elisabet González, Sprecherin der Asociación de Damnificados por la Dana Horta Sud, schilderte den Vertrauensverlust und die anhaltende seelische Belastung einiger Familien. Die Verbände fordern nicht, ES-Alert nicht mehr zu nutzen. Sie sprechen sich vielmehr für bekannte Leitlinien dazu aus, wann das System aktiviert wird und wie sich die Bevölkerung und die Behörden nach Erhalt der Nachricht verhalten sollen.

Auch die Regierungsdelegierte in der Valencianischen Gemeinschaft, Pilar Bernabé, sprach sich dafür aus, die Notfallmechanismen stärker durch Protokolle zu regeln, damit das Vorgehen nicht davon abhängt, wer gerade die Verantwortung trägt, und damit klar ist, was die Institutionen und die Bevölkerung tun sollen. Diese Äußerung fiel im Rahmen der Debatte über eine allgemeine Überprüfung der Notfallmechanismen; sie ist keine Entscheidung über den konkreten Umgang mit der Warnung vom 16. September.

Die Generalitat verteidigt technische Kriterien

Der Präsident der Generalitat, Juanfran Pérez Llorca, erklärte, die Versendung sei nach technischen Kriterien beschlossen worden, die er als «vertretbar» bezeichnete. Ausschlaggebend sei die Prognose gewesen, dass die Abflussmengen in den Rambla-Bächen deutlich ansteigen könnten. Er erklärte außerdem, ES-Alert werde nicht einfach verschickt, um vor Regen zu warnen, und seiner Ansicht nach sei die Nachricht «rechtzeitig und ordnungsgemäß» verbreitet worden. Er fügte hinzu, dass eine vorbeugende Warnung seiner Erklärung zufolge Situationen mit roter Warnstufe vorbehalten sei; während des Ereignisses galt eine orangefarbene Warnung.

Die Äußerungen der Verbände geben deren Kritik und Forderungen wieder; die Aussagen des Präsidenten stellen die Position der Generalitat dar. Aus den verfügbaren Informationen lässt sich für sich genommen keine unabhängige Schlussfolgerung zu Verantwortlichkeiten ziehen. Ebenso belegen sie nicht, dass eine allgemeine Pflicht zur Aussetzung der Arbeitstätigkeit bestand.

Die Asociación de Víctimas Mortales kritisierte jedoch, dass die Arbeit am Nachmittag nicht ausgesetzt wurde. Sie erklärte, einige Beschäftigte seien auf der Pista de Silla auf dem Heimweg eingeschlossen gewesen, und forderte, die Arbeitstätigkeit zu berücksichtigen, einschließlich der Wege von Menschen, die in Geschäften und anderen Dienstleistungsbetrieben arbeiten, die spät schließen. Dabei handelt es sich um eine Forderung des Verbands und nicht um eine Maßnahme, deren verpflichtender Charakter durch die verfügbaren Informationen belegt wäre.

Das Ereignis rückt erneut zwei miteinander verbundene, aber unterschiedliche Fragen in den Mittelpunkt: den Zeitpunkt, zu dem eine konkrete Warnung versandt wird, und die Notwendigkeit klarer Kriterien für künftige Notfälle. Die Verbände vertreten die Auffassung, dass das System mit ausreichendem Vorlauf informieren muss, ohne unterschiedslos aktiviert zu werden; die Generalitat verteidigt die Entscheidung mit dem Hinweis, sie sei anhand technischer Kriterien getroffen worden. Die von den Verbänden geforderte Überprüfung des Protokolls soll die Lücke zwischen der Erkennung einer Gefahr und ihrer Mitteilung so verringern, dass die Bevölkerung rechtzeitig handeln kann.

Quellen und Methodik

  1. Las víctimas de la dana denuncian que el Es-Alert por ... ↗www.eldiario.es
  2. Víctimas de la dana consideran que hubo "tardanza" en el ... ↗www.elespanol.com
  3. Comarca y empresa | Las víctimas de la Dana piden revisar el protocolo del ES-Alert: "No puede llegar tarde ni cada vez que llueve" ↗Valencia Plaza
Redaktionelle Methodik →Korrekturen
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