Präsident Abelardo De La Espriella eröffnete in Pereira die regionalen Treffen zur Ausarbeitung des Nationalen Entwicklungsplans (PND) 2026–2030, des Fahrplans, mit dem seine Regierung die Investitionsprioritäten für die kommenden vier Jahre festlegen will. Der Präsident erklärte, das Dokument müsse territoriale Bedürfnisse in realisierbare und umsetzbare Projekte übersetzen und dürfe nicht bloß eine Liste von Versprechen sein.
In der Kaffee-Region gehören zu den genannten Prioritäten Konnektivität, Verkehr, Infrastruktur und Energie sowie Initiativen für Landwirtschaft, Tourismus, Industrie und Chancen für junge Menschen. Vizepräsident José Manuel Restrepo sagte, dass in den Dialogen auch Bildung, soziale Angelegenheiten, Wettbewerbsfähigkeit, die Stärkung der Regionen und die Transformation des Staates behandelt würden.
Portfolios in Prüfung, keine genehmigten Investitionen
Die bei dem Treffen veröffentlichten Zahlen beschreiben vorläufige Initiativen. Berichten zufolge umfasst das nationale Portfolio 334 Projekte mit einem geschätzten Wert von 535,1 Billionen Pesos. Für Caldas, Risaralda und Quindío wurden 21 Initiativen im Wert von 38,7 Billionen Pesos sowie eine Prognose von mehr als 151.000 direkten Arbeitsplätzen genannt.
Diese Beträge entsprechen weder zugewiesenen Mitteln noch vergebenen Bauaufträgen. Die Initiativen müssen eine technische Prüfung, Priorisierung und Strukturierung durchlaufen; außerdem müssen ihre Finanzierungsquellen noch festgelegt werden. Zu den genannten Möglichkeiten zählen der nationale Haushalt, territoriale Mittel, private Investitionen und internationale Zusammenarbeit. Die Aufnahme in das Portfolio garantiert daher nicht, dass ein Projekt umgesetzt wird.
Eines der genannten Projekte war der Tren del Café mit einer Kostenschätzung von 5,15 Billionen Pesos. Auch seine Erwähnung bedeutet weder Genehmigung noch Finanzierung. Die Beschäftigungsprognose für die regionalen Initiativen insgesamt ist ebenfalls vorläufig und stellt keine Garantie für Arbeitsplätze dar.
Vom territorialen Dialog zum institutionellen Verfahren
Die Regierung will Vorschläge von Gemeinschaften, lokalen Behörden, Wirtschaftsverbänden, Hochschulen und sozialen Organisationen sammeln. Für die technische Aufbereitung der Beiträge ist das Nationale Planungsamt (DNP) zuständig. Dem veröffentlichten Zeitplan zufolge umfasst die Ausarbeitung die Vorlage des Vorentwurfs beim Confis und beim Conpes, die Übermittlung der Grundlagen an den Nationalen Planungsrat sowie eine Phase öffentlicher Anhörungen. Anschließend muss der Gesetzentwurf beim Kongress eingebracht werden und dort das weitere Verfahren durchlaufen.
Das bedeutet, dass die in Pereira angekündigten Prioritäten noch Teil der Ausarbeitung des Plans sind. Ihre endgültige Aufnahme sowie die Möglichkeit, jede Initiative zu finanzieren oder umzusetzen, hängen von den anschließenden Prüfungen und institutionellen Entscheidungen ab.
Wiederaufbau und haushaltspolitische Verantwortung
Der Wiederaufbau der vom Erdbeben am 10. August betroffenen Gebiete wurde neben der regionalen Entwicklung als Regierungspriorität bezeichnet. De La Espriella sagte, er wolle einen „ambitionierten, aber verantwortungsvollen“ Plan mit klaren Prioritäten und umsetzbaren Projekten. Außerdem erklärte er, öffentliche Mittel müssten gewissenhaft verwaltet werden.
Das Treffen in Pereira markiert vorerst den Beginn einer territorialen Diskussion, nicht die Genehmigung eines Pakets von Großprojekten. Für Unternehmen und lokale Regierungen bieten die angekündigten Informationen die Möglichkeit, die diskutierten Sektoren und Projekte zu erkennen. Ihr wirtschaftlicher Umfang wird jedoch von der Strukturierung, der endgültigen Auswahl und der Festlegung der Mittel abhängen.