Ifigest setzt mit der Ernennung von Marco Roscio Ricon zum CTO auf agentische Software
Die Ifigest-Bankengruppe hat Marco Roscio Ricon zum Chief Technology Officer ernannt, um ihre digitale Infrastruktur zu modernisieren und ein internes Ökosystem agentischer Software zu entwickeln. Die Entscheidung fällt in eine Wachstumsphase der Gruppe, deren verwaltetes Vermögen und Rentabilität gestiegen sind. Zugleich soll künstliche Intelligenz genutzt werden, um Prozesse in den Bereichen Wealth Management und Private Banking zu optimieren.
Strategische Ernennung zur Beschleunigung der digitalen Transformation
Die Ifigest-Bankengruppe hat die Ernennung von Marco Roscio Ricon zum neuen Chief Technology Officer (CTO) bekannt gegeben. Hauptziel dieser Verpflichtung ist es, die Weiterentwicklung der technologischen Infrastruktur der Gruppe voranzutreiben und die Entwicklung eines internen Ökosystems agentischer Software zu erkunden. Diese Initiative soll Prozesse agiler, schneller und effizienter machen, indem die Möglichkeiten der künstlichen Intelligenz genutzt werden, um sowohl die Geschäftsbereiche als auch die Kunden zu unterstützen.
Die Ernennung erfolgt zu einem entscheidenden Zeitpunkt für das in Florenz ansässige Unternehmen, das in den Bereichen Wealth Management, Private Banking, Corporate and Investment Banking und Asset Management tätig ist. Den Angaben aus der konsolidierten Bilanz für 2025 zufolge erreichte das von der Gruppe verwaltete und betreute Vermögen 5,23 Milliarden Euro, ein Anstieg von 19 % gegenüber dem Vorjahr. Auch der konsolidierte Gewinn verzeichnete einen deutlichen Sprung und stieg von 4,8 Millionen auf 13 Millionen Euro. Dieses operative Wachstum macht Technologie zu einem entscheidenden Skalierungsfaktor, denn der Ausbau der Geschäftsaktivitäten und Tochtergesellschaften erfordert integrierte Prozesse, zuverlässige Daten und Plattformen, die ohne zunehmende Komplexität oder höhere Kosten skalieren können.
Mit KI erzeugte konzeptuelle Illustration · Edition Business
Das Mandat des neuen CTO: Infrastruktur und KI-Agenten
Der Auftrag von Marco Roscio Ricon konzentriert sich auf zwei grundlegende Säulen: die Effizienz der bestehenden technologischen Infrastruktur zu verbessern und Lösungen auf Grundlage neu entstehender Technologien zu entwickeln. Die erklärte Priorität ist die Schaffung eines Systems agentischer Software. Darunter werden Systeme künstlicher Intelligenz verstanden, die dafür entwickelt wurden, Abfolgen von Aktivitäten auszuführen, Werkzeuge zu nutzen und mit anderen Anwendungen innerhalb vorgegebener Ziele und Einschränkungen bis zu einem gewissen Grad autonom zu interagieren.
Für eine Gruppe mit der Vielfalt an Geschäftsbereichen wie Ifigest könnten diese Technologien bei der Aufbereitung von Informationen, der Orchestrierung operativer Abläufe, der Unterstützung von Finanzfachleuten und der Dokumentenverwaltung zum Einsatz kommen. Das Unternehmen hat jedoch bislang weder einen konkreten Fahrplan noch das zugewiesene Budget oder die ersten konkreten Anwendungsfälle vorgestellt. Noch festzulegen sind der anfängliche Umfang des Projekts sowie die Kriterien zur Messung von Nutzen, Risiken und Kapitalrendite.
Im Bankensektor muss die Einführung von KI-Agenten mit hoher Datenqualität, der Nachvollziehbarkeit von Vorgängen, Zugangskontrollen und menschlicher Aufsicht einhergehen, damit Geschwindigkeit und Automatisierung verantwortungsvoll umgesetzt werden. Wie stark sich das Projekt im Arbeitsalltag tatsächlich auswirkt und über die Experimentierphase hinausgeht, wird davon abhängen, inwieweit sich diese Anforderungen in die Architektur und die Prozesse integrieren lassen.
Flavio Di Terlizzi, Geschäftsführer von Banca Ifigest, ordnete die Ernennung ein und erklärte, Roscio Ricons Eintritt erfolge in einer wichtigen Entwicklungsphase, in der Technologie und Innovation zentrale Hebel seien. „Marco wird entscheidend dazu beitragen, die Möglichkeiten der KI in unterstützende Werkzeuge für das Geschäft und die Kunden zu verwandeln“, sagte Di Terlizzi. Zugleich betonte er, dass die Plattform der Gruppe „robuster, skalierbarer und effizienter“ werden müsse.
Der Werdegang von Marco Roscio Ricon: Erfahrung in Märkten und Fintech
Der neue CTO verfügt über mehr als 30 Jahre Erfahrung an der Schnittstelle von Finanzbranche und Technologie. Zu seinem Werdegang gehören:
London Stock Exchange Group: Er arbeitete 14 Jahre für diese Gruppe und übernahm zunehmend verantwortungsvolle Positionen in den Bereichen Informationsdienste, digitale Plattformen und Internetstrategie. In einer Mitteilung von Intesa Sanpaolo aus dem Jahr 2015 wurde er als langjähriger Verantwortlicher für Desktop- und Internetanwendungen der Börsengruppe genannt.
MarketWall: Er gründete dieses Fintech-Unternehmen 2014 und war bis 2025 als CEO und CTO tätig. Unter seiner Führung entwickelte das Unternehmen geräteübergreifende Softwarelösungen für Finanzdaten, Handel und Bankdienstleistungen. Besonders hervorzuheben sind die Entwicklung der Retail-Trading- und Home-Banking-Plattform von Intesa Sanpaolo sowie gemeinsam mit Samsung und Morningstar entwickelte Lösungen.
InvestoPro SIM: Von 2021 bis 2025 war er CEO dieser Investmentgesellschaft. Er begleitete das Unternehmen über seinen gesamten Lebenszyklus hinweg – von der aufsichtsrechtlichen Zulassung und dem Entwurf der firmeneigenen Softwareplattform bis hin zum operativen Start und zur Geschäftsentwicklung. Bereits bei der Einführung von InvestoPro im Jahr 2021 wurde der Einsatz künstlicher Intelligenz in Verbindung mit Finanzinhalten und Handelsfunktionen hervorgehoben.
Wachstumskontext und technologische Herausforderungen
Die Entscheidung für ein Profil mit unternehmerischer Erfahrung und Produktmanagement-Kompetenz entspricht dem Bedarf von Ifigest, von der Auswahl von Technologien zu ihrer wirksamen Einführung überzugehen. Ein KI-Agent schafft nur dann einen Mehrwert, wenn er in einen Arbeitsablauf integriert ist, über geeignete Daten verfügt, Berechtigungen einhält und den Endnutzern einen messbaren Vorteil bietet.
Die Gruppe besteht aus Banca Ifigest, L&B Capital SGR, L&B Partners, Sevian Fiduciaria und Fundstore. Sie verfügt über 8 Standorte und rund 300 Fachkräfte. Angesichts dieser vielfältigen Struktur ist es wichtig, Daten und Werkzeuge gemeinsam nutzen zu können, ohne die Besonderheiten der einzelnen Tätigkeitsbereiche aus den Augen zu verlieren – von der Vermögensberatung bis hin zur Unternehmensfinanzierung und dem Investmentmanagement.
Die Bilanzzahlen unterstreichen die Dringlichkeit dieser Transformation. Die direkten und indirekten Mittelzuflüsse erreichten 5,73 Milliarden Euro, ein Plus von 14,6 % gegenüber 2024. Die indirekten Mittelzuflüsse allein stiegen um 19,3 % auf 5,23 Milliarden Euro. Der der Muttergesellschaft zurechenbare Gewinn erhöhte sich von 4 Millionen auf 10,7 Millionen Euro. In diesem Umfeld muss die Technologie der Gruppe ermöglichen, ihre Agilität und Wettbewerbsfähigkeit zu bewahren und zugleich den Betrieb zu skalieren.
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