Die Arbeits- und Sozialversicherungsinspektion stufte 2025 laut ihrem Jahresbericht 47.143 Scheinselbstständige um. Dies ist der höchste Wert in der verfügbaren Reihe für diese Art von Maßnahmen, die 2018 begann, und mehr als sechsmal so hoch wie die 7.234 Umstufungen, die 2024 gezählt wurden. In einigen Schlagzeilen wird die Zahl gerundet; dort ist von 47.000 oder 47.200 Personen die Rede.
Scheinselbstständige sind Beschäftigte, die zwar formal als Selbstständige geführt werden, in der Praxis jedoch in einem Arbeitsverhältnis stehen, das einer abhängigen Beschäftigung entspricht. Die Inspektion führt einen großen Teil der Umstufungen auf die verstärkten Maßnahmen gegen landesweit tätige digitale Plattformen zurück, bei denen diese Art der Beschäftigung zahlreiche Personen betreffen kann.
Plattformen im Fokus der Kontrollen
Dem Jahresbericht zufolge waren die Umstufungen hauptsächlich auf verstärkte Inspektionen bei Plattformen zurückzuführen, die auf solche Beschäftigungsformen zurückgreifen. Auch die Berichterstattung bringt den Anstieg mit dem Übergang von Glovo von einem auf Selbstständigkeit beruhenden Modell zur Anstellung von Kurierinnen und Kurieren in Verbindung. Dieser Wechsel erfolgte 2025, doch anhand der verfügbaren Daten lassen sich nicht sämtliche Umstufungen des Jahres einem einzelnen Unternehmen oder einer einzelnen Tätigkeit zuordnen.
Die Überwachung beschränkt sich nicht auf die Essenslieferung. Gewerkschaften haben vor der Ausweitung plattformbasierter Arbeitsmodelle in anderen Dienstleistungen gewarnt, etwa in der Reinigung, der Psychologie oder der Rechtsberatung. Diese Entwicklung weist auf Bereiche hin, in denen die Aufmerksamkeit für Arbeitsverhältnisse zunehmen könnte, bedeutet aber nicht, dass in jedem dieser Bereiche konkrete Umstufungen gezählt wurden.
Fast 96.200 von der Inspektion veranlasste Anmeldungen
Die Umstufungen von Scheinselbstständigen waren Teil von insgesamt 96.194 Anmeldungen bei der Sozialversicherung, die durch Maßnahmen der Inspektion veranlasst wurden. Der Jahresbericht schlüsselt außerdem 48.450 Anmeldungen von Personen auf, die zuvor nicht registriert waren, sowie 601 Fälle von Scheinstipendiatinnen und Scheinstipendiaten. Dabei handelt es sich um unterschiedliche Kategorien innerhalb der Gesamtzahl, die nicht erneut zu den 47.143 Umstufungen hinzugerechnet werden dürfen.
Die Inspektionstätigkeit hatte auch weitere Ergebnisse. Es wurden rund 208.500 Verstöße festgestellt und Sanktionen in Höhe von 858,2 Millionen Euro vorgeschlagen, gegenüber 541 Millionen Euro im Jahr 2024. Die Inspektion führte Maßnahmen in 427.495 Arbeitsstätten durch; bei ihrer Meldestelle gingen im Laufe des Jahres 11.824 Mitteilungen ein.
Insgesamt spiegeln die Daten eine verstärkte Kontrolltätigkeit und einen Anstieg der Umstufungen wider, doch der Jahresbericht führt nicht sämtliche Ergebnisse auf eine einzige Ursache zurück. Für Unternehmen ist die zentrale Aussage die Reichweite der Kontrollen zur korrekten Einstufung von Arbeitsverhältnissen, insbesondere in Branchen und Geschäftsmodellen, die digitale Plattformen nutzen.