Cemex verhandelt exklusiv mit der französischen Vicat-Gruppe über den möglichen Verkauf von drei Tochtergesellschaften mit Geschäftstätigkeit im Südosten Frankreichs. Die Vermögenswerte umfassen 48 Transportbetonwerke und neun Steinbrüche für Gesteinskörnungen, wie aus den von Vicat mitgeteilten und von Finanzmedien aufgegriffenen Informationen hervorgeht.
Zu den in dem Vorschlag enthaltenen Unternehmen gehören Cemex Granulats Rhône Méditerranée, Cemex Béton Rhône Alpes und Cemex Béton Sud Est. Die Transaktion würde Anlagen entlang des Rhône-Tals und an der Côte d’Azur umfassen; der Kaufpreis und weitere finanzielle Bedingungen wurden jedoch nicht offengelegt.
Der Verkauf ist weiterhin an Bedingungen geknüpft
Die Unternehmen unterzeichneten eine Absichtserklärung, die den Rahmen für die Fortsetzung der Verhandlungen festlegt, aber nicht den Abschluss der Transaktion bedeutet. Vor einem möglichen Abschluss müssen die Arbeitnehmervertreter konsultiert und die Genehmigungen der zuständigen Wettbewerbsbehörden eingeholt werden. Vicat geht davon aus, dass das Verfahren noch in diesem Jahr abgeschlossen werden könnte; der Zeitplan hängt jedoch von diesen Schritten und davon ab, ob die Parteien eine endgültige Vereinbarung erzielen.
Für Vicat würde der potenzielle Kauf die Präsenz im Südosten Frankreichs ausbauen und das bestehende Geschäft ergänzen. Der Präsident und Vorstandsvorsitzende des Unternehmens, Guy Sidos, erklärte, der Standort der Vermögenswerte könne die Kundennähe stärken und den Einsatz CO₂-armer Lösungen erleichtern. Das Unternehmen erklärte außerdem, es erwarte industrielle, kommerzielle und logistische Synergien. Dabei handelt es sich um vom Käufer erwartete Vorteile, nicht um garantierte Ergebnisse einer noch ausstehenden Transaktion.
Börsenreaktion und Kontext für Cemex
El Cronista berichtete, dass die Cemex-Aktien an der mexikanischen Börse am Montag nach der Ankündigung um mehr als 2 % fielen: Sie verloren zeitweise 2,12 % und erreichten 17,07 Pesos je Aktie, bevor sie den Rückgang später abschwächten und bei 17,41 Pesos notierten. Diese Bewegung beschreibt den Kursverlauf während des Handelstags; für sich genommen beweist sie nicht, dass die Ankündigung die einzige Ursache der Veränderung war.
Die Verhandlungen stehen im Zusammenhang mit den Portfolioanpassungen von Cemex, das auch Veräußerungen in anderen Märkten angekündigt hat. Der geplante Verkauf in Frankreich ist derzeit jedoch als Vorschlag zu verstehen: Es wurde nicht mitgeteilt, welchen Anteil diese Vermögenswerte an den Umsätzen oder Ergebnissen von Cemex haben oder welche finanziellen Auswirkungen eine mögliche Transaktion hätte. Im ersten Halbjahr 2026 meldete das Unternehmen eine uneinheitliche Entwicklung in Europa, dem Nahen Osten und Afrika: Das inländische Volumen von Grauzement sank gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres um 4 % und das Volumen von Gesteinskörnungen um 6 %, während der Betonabsatz praktisch stabil blieb. Diese Daten beziehen sich auf die Region EMEA und beziffern nicht eigens die Geschäftstätigkeit der französischen Tochtergesellschaften.
Für Unternehmen und Zulieferer der Bauwirtschaft werden die nächsten entscheidenden Schritte der Fortgang der Gespräche, die Konsultation der Arbeitnehmervertreter und die behördlichen Genehmigungen sein. Bis diese Phasen abgeschlossen sind und eine endgültige Vereinbarung vorliegt, bleiben sowohl die Übertragung der Vermögenswerte als auch ihre möglichen betrieblichen und finanziellen Auswirkungen Änderungen vorbehalten.