Ofcom hat eine förmliche Untersuchung eingeleitet, um festzustellen, ob Meta die Risiken von Instagram Instants vor der Einführung der Funktion im Vereinigten Königreich angemessen bewertet hat. Die Prüfung konzentriert sich auf zwei Bereiche: das mögliche Vorhandensein rechtswidriger Inhalte und die Risiken für Minderjährige. Bislang ist die Regulierungsbehörde nicht zu dem Schluss gekommen, dass das Unternehmen gegen das Gesetz verstoßen hat, und hat auch keine Sanktionen verhängt.
Was Ofcom prüfen wird
Mit Instants können Bilder verschickt werden, die nach dem Ansehen wieder verschwinden. Die im Mai 2026 eingeführte Funktion stellt eine Änderung des Instagram-Dienstes dar, die Ofcom im Hinblick auf den britischen Online Safety Act prüfen wird. Das Gesetz verpflichtet Plattformen, die relevanten Risiken zu bewerten, bevor sie wesentliche Änderungen an der Gestaltung oder Funktionsweise ihrer Dienste vornehmen, und Maßnahmen zu ihrer Verringerung zu ergreifen.
Die Regulierungsbehörde wird prüfen, ob Meta die vorgeschriebenen Bewertungen durchgeführt hat und ob diese vor der Einführung angemessen waren. George Lusty, Direktor für Durchsetzung bei Ofcom, erklärte, vorbeugende Prüfungen seien für die Sicherheit von Online-Diensten unerlässlich, und betonte, dass der Schutz von Anfang an in die Gestaltung integriert werden müsse.
Die Position von Meta
Meta erklärt, das Unternehmen habe eine Risikoanalyse durchgeführt und Ofcom vor der Einführung mehrmals über Instants informiert. Außerdem hat Meta mitgeteilt, dass es mit der Untersuchung kooperieren werde.
Das Unternehmen macht geltend, dass die Funktion Schutzmaßnahmen enthalte, darunter Beschränkungen für das Weiterleiten oder Teilen der Bilder sowie die mit Teenager-Konten verbundenen Schutzvorkehrungen. Dabei handelt es sich um Angaben von Meta; Ofcom muss feststellen, ob die Bewertungen und Maßnahmen den geltenden gesetzlichen Pflichten entsprechen.
Laufende Untersuchung, noch keine Feststellung eines Verstoßes
Die Einleitung des Verfahrens ist nicht gleichbedeutend mit der Feststellung eines Verstoßes. Ofcom muss Beweise sammeln und auswerten, bevor es entscheidet, ob Meta die Vorschriften eingehalten hat. Sollte das Verfahren ergeben, dass ein Verstoß vorlag, könnte die Regulierungsbehörde Abhilfemaßnahmen verlangen und im Rahmen der gesetzlich vorgesehenen Befugnisse eine Geldbuße von bis zu 18 Millionen Pfund oder 10 % der berücksichtigungsfähigen weltweiten Umsätze des Unternehmens verhängen – maßgeblich wäre der jeweils höhere Betrag. Diese Obergrenze bezeichnet eine mögliche Sanktion, nicht eine angekündigte Geldbuße oder eine Vorhersage des Verfahrensausgangs.
Der Fall beschränkt sich auf die Anwendung der britischen Gesetzgebung und auf Metas Pflichten in diesem Gebiet. Für digitale Unternehmen ist er relevant, weil die Kontrollen vor der Einführung geprüft werden: Ofcom wird nicht nur bewerten, ob eine Überprüfung stattgefunden hat, sondern auch, ob sie ausreichend war und rechtzeitig erfolgte. Die Untersuchung zieht für sich genommen keine Schlussfolgerungen zur Funktionsweise von Instants in anderen Ländern.