Der Vorstand von Procafecol ernannte Luis Guillermo Quintero Martínez am 5. Oktober 2026 zum Generaldirektor. Das Unternehmen betreibt die Juan-Valdez-Geschäfte und vertreibt abgepackten Kaffee in Kolumbien und anderen Märkten. Der neue Geschäftsführer kommt nach acht Jahren an der Spitze von Colombiana de Escenarios, dem Betreiber der Movistar Arena in Bogotá, und bringt mehr als drei Jahrzehnte Berufserfahrung bei Unternehmen aus verschiedenen Branchen mit.
Die Ernennung erfolgt, während Procafecol die Präsenz von Juan Valdez im In- und Ausland ausbauen will. Zu den für 2026 angekündigten Plänen gehört die Eröffnung von mehr als 90 Geschäften. Außerdem plant das Unternehmen gemeinsam mit der Grupo Trinity eine Expansion in Spanien, mit dem Ziel, dort bis 2030 140 Filialen zu erreichen. Dabei handelt es sich um vom Unternehmen angekündigte Ziele, nicht um bereits erzielte Ergebnisse.
Erfahrung in Betrieb, Einzelhandel und Marken
Seit 2018 leitete Quintero Colombiana de Escenarios und verantwortete die Gesamtstrategie und den Betrieb der Movistar Arena. Medienberichten zur Ernennung zufolge fanden während seiner Amtszeit in der Veranstaltungsstätte mehr als 750 Veranstaltungen statt; sie empfing über sechs Millionen Besucher. Zu seinen Aufgaben gehörten das Finanzmanagement, kommerzielle Partnerschaften und die Markenpositionierung.
Seine Erfahrung umfasst auch Handel und Vertrieb. Bei Payless ShoeSource leitete er die Expansion in Kolumbien und Ecuador, zu der die Eröffnung von 75 Geschäften in Kolumbien und fünf in Ecuador gehörte. Bei Sony Colombia entwickelte er neue Vertriebskanäle und Geschäfte, die darauf ausgerichtet waren, die direkte Beziehung zu den Verbrauchern zu stärken. Zuvor bekleidete er unter anderem Führungspositionen bei VTU de Colombia, Whirlpool Colombia und Mabe Colombia.
Quintero hat einen Abschluss in Betriebswirtschaftslehre von der Universidad EAFIT und eine Spezialisierung in strategischem Marketing am CESA. Die von ihm bei Colombiana de Escenarios frei werdende Position übernimmt laut einer von Infobae zitierten Ankündigung von BeatHub Entertainment Gabriel Sánchez Olea.
Höhere Umsätze, aber geringerer Gewinn im ersten Halbjahr
Procafecol erzielte im ersten Halbjahr 2026 operative Umsatzerlöse von 480.253 Millionen kolumbianischen Pesos (COP) – 18,2 % mehr als im gleichen Zeitraum 2025 –, wie aus den von Infobae und El Colombiano veröffentlichten Informationen hervorgeht. Im Gegensatz dazu sank der Jahresüberschuss um rund 34 %: von 13.602 Millionen auf 8.961 Millionen kolumbianische Pesos (COP).
El Colombiano führte den Rückgang hauptsächlich auf höhere Umsatzkosten im Zusammenhang mit den Kaffeepreisen und gestiegene Personalkosten zurück. Einsparungen bei den Vertriebskosten glichen einen Teil dieser Belastungen aus, konnten jedoch den Rückgang des Betriebsergebnisses und des Nettoergebnisses nicht verhindern.
Zum Vergleich: Das Unternehmen schloss das Jahr 2025 mit Umsatzerlösen von 863.453 Millionen kolumbianischen Pesos (COP) ab, 16,2 % mehr als 2024, und erzielte einen Nettogewinn von 21.991 Millionen kolumbianischen Pesos (COP), so Infobae. Diese Zahlen beziehen sich auf das Gesamtjahr und sind nicht mit den Ergebnissen des ersten Halbjahrs 2026 zu verwechseln.
Die Herausforderung: wachsen, ohne die Verbindung zur Herkunft zu verlieren
Die Aufgabe des neuen Geschäftsführers umfasst den Betrieb der Geschäfte ebenso wie den Vertrieb von abgepacktem Kaffee und die internationale Expansion. In der Ernennungsmitteilung nannte Procafecol als Prioritäten, die globale Präsenz der Marke zu stärken, ihr Wertversprechen zu festigen und die Verbindung zu den Verbrauchern zu vertiefen.
Quinteros beruflicher Werdegang umfasst die Leitung stationärer Filialnetze, Vertriebskanäle und Kundenerlebnisse – Bereiche, die mit diesen Aufgabenfeldern zusammenhängen. Die verfügbaren Quellen nennen jedoch weder konkrete Strategieänderungen noch künftige Ergebnisse unter seiner Führung. Vorerst ergeben sich die Herausforderungen aus den vom Unternehmen mitgeteilten Expansionsplänen und einer Finanzlage, in der das Umsatzwachstum im ersten Halbjahr mit einem geringeren Gewinn einherging.