Eine prognostizierte Marge von 42 Dollar pro Barrel
Shell erwartet, dass seine indikative Raffineriemarge im dritten Quartal 2026 42 Dollar pro Barrel erreicht, gegenüber 24 Dollar im Vorquartal. Die am 7. Oktober in einem Update vor der Veröffentlichung der Ergebnisse mitgeteilte Zahl ist nahezu doppelt so hoch wie der Wert des zweiten Quartals.
Der Indikator bildet die Differenz zwischen den Kosten für Rohöl und dem Wert raffinierter Produkte wie Benzin und Diesel ab. Er entspricht nicht dem Gesamtgewinn des Unternehmens und bestätigt für sich genommen auch nicht, wie viel der Geschäftsbereich verdienen wird: Die Ergebnisse hängen auch von den verarbeiteten Mengen sowie weiteren betrieblichen und finanziellen Faktoren ab.
Begrenzte Versorgung und unterschiedliche Aktivität
Die Berichte über die Ankündigung führen die Verbesserung der Margen auf eine geringere Verfügbarkeit von Kraftstoffen und Versorgungsunterbrechungen zurück. Zu den genannten Faktoren zählen die Spannungen im Nahen Osten und Störungen, die Raffinerien und Produktströme beeinträchtigen; einige Berichte heben auch Angriffe auf russische Anlagen und Beschränkungen für Diesel-Exporte hervor.
Trotz dieses für die Margen günstigen Umfelds erwartet Shell, dass seine Raffinerien mit einer Auslastung von 93 % bis 97 % betrieben werden, gegenüber 102 % im zweiten Quartal. Das Unternehmen führte einen Teil der Einschränkungen auf den niedrigen Wasserstand des Rheins zurück, der die Aktivität der Rheinland-Raffinerie in Deutschland beeinträchtigte. Die höhere prognostizierte Marge bedeutet daher nicht, dass Shell mehr Rohöl verarbeiten wird.
Höhere Prognose für die Gasproduktion
Shell hob außerdem seine Prognose für die Produktion von integriertem Gas im Quartal auf 740.000 bis 780.000 Barrel Öläquivalent pro Tag an, gegenüber 631.000 im zweiten Quartal. Die Überarbeitung berücksichtigt unter anderem die Übernahme von ARC Resources, die Anfang September abgeschlossen wurde, wie aus den verfügbaren Berichten hervorgeht.
Im Gegensatz dazu kündigte das Unternehmen für sein Chemiegeschäft eine niedrigere indikative Marge an: 208 Dollar pro Tonne gegenüber 270 Dollar im Vorquartal. Diese Daten zeigen, dass sich die Aussichten zwischen den Geschäftsbereichen unterscheiden und die Raffineriemarge nur einen Teil des betrieblichen Gesamtbilds ausmacht.
Die vollständigen Ergebnisse für das dritte Quartal sollen am 29. Oktober veröffentlicht werden. Bis zu ihrer Veröffentlichung handelt es sich bei den mitgeteilten Zahlen um Prognosen und vorläufige Indikatoren, nicht um bestätigte Quartalsergebnisse.