Der unbefristete Streik im Bereich Straßenreinigung, Abfallabholung und Wertstoffhöfe in Zaragoza begann am 6. Oktober um 21:00 Uhr, nachdem die Belegschaft von FCC Medio Ambiente und das Unternehmen keine Einigung über die Erneuerung des Tarifvertrags erzielt hatten. Der Konflikt fällt in die Zeit unmittelbar vor den Fiestas del Pilar, während der die Stadtverwaltung höhere Mindestdienste festgelegt hat.
Am Mittwochmorgen versammelten sich Beschäftigte in der Sala Multiusos, und die Gewerkschaften CCOO und CGT kündigten weitere Protestaktionen an. Die Belegschaft fordert Verbesserungen bei Löhnen und Arbeitsbedingungen, Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben sowie zur Gleichstellung und Änderungen der Bedingungen für Wochenendverträge. Außerdem fordert sie, die Kaufkraft wiederherzustellen, auch mit Blick auf die Preisentwicklung.
Mindestdienste: während der Festtage mehr als 94 %
Die Stadtverwaltung legte für Werktage und Samstage eine Abdeckung von 78,13 % und für Sonntage und Feiertage während der regulären Streikzeiträume von 81,54 % fest. Im Sonderzeitraum der Fiestas del Pilar steigen die Prozentsätze auf 94,46 % von Montag bis Samstag und auf 94,81 % an Sonntagen. Den veröffentlichten Informationen zufolge gilt diese Sonderregelung vom 10. bis zum 19. Oktober.
Die Stadtverwaltung begründet die Abdeckung mit dem wesentlichen Charakter der Dienstleistung und mit Gründen des Gesundheitsschutzes. Die Gewerkschaften hingegen argumentieren, dass die Prozentsätze die Möglichkeit, sich am Streik zu beteiligen, einschränken und dessen Sichtbarkeit verringern. Rubén Bailo, Mitglied des Streikkomitees, erklärte, die Mindestdienste seien „missbräuchlich“ und verhinderten, dass der Streik auf den Straßen wahrnehmbar sei. Das Komitee kritisierte außerdem, dass es erst kurzfristig darüber informiert worden sei.
Die Quellen geben zudem gewerkschaftliche Kritik dazu wieder, wie viele Beschäftigte in jeder Schicht ihr Streikrecht tatsächlich ausüben könnten. Diese Zahl wird den Arbeitnehmervertretern zugeschrieben und stellt keine unabhängige Erhebung dar.
Unternehmen und Stadtverwaltung bewerten die Streikbeteiligung unterschiedlich
Auch die Einschätzungen zur Streikbeteiligung unterscheiden sich. Rubén Bailo bezifferte die Unterstützung unter den Beschäftigten, die sich seiner Aussage nach am Streik beteiligen konnten, auf „fast 80 %“, präzisierte jedoch, dass es sich aufgrund der Mindestdienste nur um einen kleinen Teil der Belegschaft handle. Der für Mobilität zuständige Stadtrat José Miguel Rodrigo schätzte die Beteiligung in der ersten Nacht auf rund 5 % und am Mittwochmorgen auf 5 % bis 6 %. Es handelt sich um Aussagen der beteiligten Parteien, nicht um Ergebnisse einer unabhängigen Zählung.
FCC weist die Argumente der Gewerkschaften zurück und erklärt, die Arbeitsbedingungen der Belegschaft seien wettbewerbsfähig. Das Unternehmen gibt an, die wöchentliche Arbeitszeit betrage 34 Stunden und die Löhne seien zwischen 2021 und 2024 um 11,63 % gestiegen; sein Vorschlag für 2025–2027 würde demnach weitere 9,4 % bedeuten. Außerdem bestreitet es, für die Erbringung der Dienstleistung zusätzliche 10 Millionen Euro zu erhalten: Die Erhöhung des städtischen Budgets gehe nach Unternehmensangaben auf noch ausstehende Zahlungen zurück, darunter Preisüberprüfungen und Abschreibungen. Diese Zahlen und Erläuterungen entsprechen der Darstellung des Unternehmens.
Das Komitee fordert FCC auf, die Verhandlungen wieder aufzunehmen, und erklärt, der Vorschlag des Unternehmens enthalte keine ausreichenden Fortschritte. Solange keine Einigung erzielt wird, bleibt der Streik unbefristet. Der Konflikt stellt damit die arbeitsbezogenen Forderungen der von der Stadtverwaltung für notwendig erachteten Abdeckung der Dienstleistungen gegenüber, insbesondere während der Feierlichkeiten zum Pilar-Fest.