Das Australische Finanzamt (ATO) plant, ab dem 1. Dezember 2026 keine Steuerzahlungen mit Kreditkarte mehr anzunehmen, nachdem das Verbot von Aufschlägen auf Kartenzahlungen in Kraft getreten ist. Die Ministerin für kleine Unternehmen, Anne Aly, forderte die ATO auf, den Dialog mit den Unternehmen fortzusetzen und einen Weg zu finden, ihren Anliegen gerecht zu werden, kündigte aber nicht an, dass der Plan rückgängig gemacht werde.
Aly räumte ein, dass manche kleine Unternehmen die Flexibilität schätzen, ihre Steuerverbindlichkeiten mit Kreditkarte zu begleichen. Sie wies auch darauf hin, dass Betroffene auf Optionen wie die Ratenzahlungspläne der ATO zurückgreifen können, mit denen sich Schulden in Raten begleichen lassen, sofern die geltenden Voraussetzungen erfüllt sind.
Minister uneinig über die Reaktion der ATO
Auch die Wohnungsbauministerin, Clare O’Neil, forderte das Finanzamt auf, erneut mit der Branche zu sprechen und eine Lösung zu suchen, die für die Unternehmen funktioniert. Der stellvertretende Minister Andrew Charlton unterstützte dagegen die Entscheidung: Er erklärte, wenn private Unternehmen die Aufschläge nicht an ihre Kunden weitergeben könnten, sollten dies öffentliche Stellen ebenfalls nicht tun. Außerdem fügte er hinzu, dass die ATO für Menschen, die mit Liquiditätsproblemen konfrontiert sind, alternative Zahlungsmöglichkeiten anbiete.
Finanzminister Jim Chalmers erklärte, die ATO habe die Entscheidung eigenständig getroffen und die Regierung habe von ihr verlangt, eine Übergangsfrist einzurichten, um die Unternehmen zu unterstützen. Er sagte außerdem, dass die Regierung weiterhin mit dem Finanzamt in Kontakt stehe. Diese Aussagen bedeuten nicht, dass eine Änderung der Maßnahme angekündigt wurde.
Unternehmen warnen vor Liquiditätsproblemen; die ATO verweist auf Alternativen
Unternehmensverbände und Vertreter kleiner Unternehmen erklären, dass der Wegfall der Möglichkeit, Steuern mit Kreditkarte zu bezahlen, das Cashflow-Management erschweren könnte, insbesondere wenn Steuerfälligkeiten mit Ausgaben wie Löhnen und Mieten zusammenfallen. Andrew McKellar, Geschäftsführer der Australischen Industrie- und Handelskammer, forderte ein politisches Führungszeichen und erklärte, die ATO habe die Entscheidung nicht zur Verhandlung gestellt, bespreche aber Aspekte ihrer Umsetzung und des Übergangs.
Dabei handelt es sich um Warnungen vor möglichen Auswirkungen, nicht um nachgewiesene Folgen für die Gesamtheit der Unternehmen. Die ATO und Regierungsmitglieder haben auf Ratenzahlungspläne als Alternative verwiesen. Aly zufolge wurden im Haushaltsjahr 2024–25 2 % der Steuerzahlungen mit Kreditkarte geleistet; dieser Anteil ordnet die Nutzung dieser Zahlungsmethode ein, misst jedoch weder, wie viele Unternehmen darauf angewiesen sind, noch welche Auswirkungen ihre Abschaffung im Einzelfall hätte.
Die Änderung folgt auf das Inkrafttreten des Verbots, Aufschläge auf Kartenzahlungen zu erheben, am 1. Oktober 2026. Die ATO erklärte, die Annahme von Karten einzustellen sei besser, als die Verarbeitungskosten selbst zu tragen und sie indirekt auf die Allgemeinheit umzulegen. Dem angekündigten Zeitplan zufolge werden Kartenzahlungen noch bis zum 30. November 2026 angenommen.
Für die betroffenen Unternehmen stellt sich zunächst die Frage, wie der Übergang umgesetzt wird und welche Möglichkeiten je nach ihrer Situation zur Verfügung stehen. Die öffentlich vertretenen Positionen gehen bislang weiterhin auseinander: Einige Minister fordern einen intensiveren Dialog, während Charlton die Entscheidung der ATO unterstützt und Aly keine Kursänderung angekündigt hat.