Für ein junges Unternehmen kann eine Vorstellung durch einen Kunden dabei helfen, ein Gespräch mit jemandem anzustoßen, der dessen Einschätzung bereits vertraut. Doch ohne Kontext darum zu bitten – oder nachzuhaken, wenn kein Interesse besteht – kann eine Beziehung belasten, die gerade erst beginnt. Entscheidend ist, die Bitte als konkrete, freiwillige Einladung zu formulieren und nicht als Gegenleistung dafür, dass du guten Service geboten hast.
Warte auf ein Zeichen, nicht nur auf einen Verkauf
Ein Kauf allein beweist weder, dass der Kunde zufrieden ist, noch, dass er dich weiterempfehlen möchte. Achte auf deutlichere Anzeichen: Die Person hebt ein Ergebnis hervor, bedankt sich dafür, wie du ein Problem gelöst hast, verlängert oder erweitert den Service oder teilt positives Feedback. Bei einem neuen Unternehmen kann es auch hilfreich sein, zunächst direkt nachzufragen, wie die Lösung funktioniert und was verbessert werden könnte.
Wenn die Zusammenarbeit noch läuft, ein Problem noch nicht gelöst ist oder der Kunde das erwartete Ergebnis noch nicht erzielt hat, kümmere dich zuerst darum. In diesem Moment um eine Empfehlung zu bitten, kann den Eindruck vermitteln, dass dir Kontakte wichtiger sind als die Lösung des Anliegens.
Formuliere eine konkrete Bitte, die sich leicht ablehnen lässt
Bevor du fragst, kläre, wem du hilfst und welche Art von Vorstellung sinnvoll wäre. „Kennst du jemanden?“ überlässt dem Kunden die Aufgabe, selbst herauszufinden, nach welchem Profil er suchen soll. Beschreibst du dagegen kurz das Problem oder die Art von Unternehmen, mit denen du arbeitest, kann er leichter überlegen, ob ihm jemand einfällt.
Eine einfache Vorgehensweise: Bedanke dich für die Zusammenarbeit, erwähne das Ergebnis oder Feedback, das dich zu dem Gespräch veranlasst, beschreibe, wen du suchst, und mach deutlich, dass es völlig in Ordnung ist, wenn niemandem einfällt. Bitte weder um eine Kontaktliste noch vermittle Dringlichkeit: Die Bitte sollte wenig Aufwand erfordern und eine Absage ohne Erklärung ermöglichen.
Im Gespräch:
„Es freut mich, dass dir der Prozess geholfen hat. Wir arbeiten mit [Unternehmenstyp], die [konkretes Problem] lösen müssen. Fällt dir jemand ein, für den ein Gespräch darüber hilfreich wäre, und wäre es für dich in Ordnung, uns vorzustellen? Falls nicht, ist das kein Problem.“
Per E-Mail:
„Hallo [Name], vielen Dank für deine Rückmeldung zu [Ergebnis oder positiver Aspekt]. Wir helfen [Zielgruppe], [Bedarf] zu decken. Kennst du jemanden, für den das relevant sein könnte, und wäre es für dich in Ordnung, uns vorzustellen? Du kannst der Person auch diesen kurzen Text weiterleiten, damit sie selbst entscheiden kann, ob sie mit uns sprechen möchte. Es ist völlig in Ordnung, wenn dir gerade niemand einfällt. Nochmals vielen Dank.“
Per Nachricht:
„Vielen Dank für dein Feedback zu [Ergebnis]! Falls du jemanden aus der Zielgruppe [Profil] kennst, der nach [Lösung] sucht, kann ich dir eine kurze Beschreibung zum Weiterleiten schicken. Und wenn dir niemand einfällt, ist das kein Problem.“
Passe den Ton an eure Beziehung und den Kommunikationskanal an. Im direkten Gespräch reicht vielleicht eine kurze Frage; schriftlich solltest du die nötigen Informationen aufnehmen, damit der Kunde sie weiterleiten kann, ohne selbst erst eine Erklärung von Grund auf formulieren zu müssen.
Erleichtere die Vorstellung und respektiere die Entscheidung beider Seiten
Wenn der Kunde helfen möchte, biete ihm einen kurzen Text an, der erklärt, was dein Unternehmen macht, für wen es arbeitet und was der nächste Schritt sein könnte. Du kannst auch fragen, ob er euch lieber direkt vorstellen oder die Informationen weitergeben möchte, damit die andere Person selbst entscheiden kann, ob sie Kontakt aufnehmen will. Bitte nicht um Kontaktdaten Dritter und verwende sie nicht so, als könnte der Kunde stellvertretend für diese Personen zustimmen: Am besten entscheidet die interessierte Person selbst, wie es weitergeht.
Bedanke dich für die Hilfe, auch wenn aus der Vorstellung keine geschäftliche Gelegenheit entsteht. Wenn keine Antwort kommt, solltest du die Bitte nicht in eine Kette von Erinnerungen verwandeln. Die Beziehung zum Kunden ist wichtiger, als sofort eine Empfehlung zu erhalten.
Spontane Empfehlung oder Empfehlungsprogramm mit Anreizen: Das ist nicht dasselbe
Eine spontane Empfehlung ist eine Empfehlung oder Vorstellung, für die sich der Kunde entscheidet, ohne dass eine Belohnung die Voraussetzung für seine Beteiligung ist. Ein Empfehlungsprogramm legt dagegen Anreize oder Regeln fest – zum Beispiel eine Belohnung für die empfehlende Person, die neu vorgestellte Person oder beide –, um solche Aktivitäten zu fördern.
Wenn du einen Anreiz anbietest, erkläre klar, wer ihn erhalten kann, welche Handlung ihn auslöst und welche Bedingungen gelten. Stelle eine Empfehlung nicht als unabhängig dar, wenn sie an eine Belohnung geknüpft ist. Die konkreten Regeln können von der Gestaltung des Programms und dem Ort abhängen, an dem das Unternehmen tätig ist; die hier verfügbaren Informationen reichen nicht aus, um rechtliche Anforderungen für ein bestimmtes Gebiet festzustellen.
Bei den ersten Kunden musst du nicht gleich mit einem formellen Programm beginnen. Eine rechtzeitige, konkrete und druckfreie Bitte zeigt, ob wirklich Interesse besteht. Wenn du später Anreize gestalten möchtest, behandle sie als separate Initiative und kommuniziere ihre Bedingungen transparent.