Eine gut definierte Stelle entsteht, bevor die Ausschreibung formuliert wird. Sind Aufgaben, Verantwortlichkeiten und Anforderungen nicht klar, kann das Unternehmen ungeeignete Profile ansprechen oder Bewerbungen nach unterschiedlichen Kriterien bewerten. Für ein kleines oder mittleres Unternehmen kann ein einfaches und aktuelles Stellenprofil als gemeinsame Grundlage für die einstellende Person, die Teamleitung und alle an der Auswahl beteiligten Personen dienen.
Die folgende Checkliste ist eine praktische Orientierungshilfe und kein verpflichtendes rechtliches Muster. Passen Sie sie an den tatsächlichen Bedarf der Stelle und die in Ihrem Gebiet geltenden Vorschriften an.
1. Klären Sie den Einstellungsbedarf
Bevor Sie das Profil beschreiben, klären Sie, warum die Stelle benötigt wird und welchen Beitrag sie zum Team leisten soll. So lässt sich ein dauerhafter Bedarf von einer vorübergehenden Aufgabe oder einer Funktion unterscheiden, die anders organisiert werden könnte.
2. Beschreiben Sie die tatsächliche Arbeit
Eine hilfreiche Beschreibung beschränkt sich nicht auf die Stellenbezeichnung. Sie sollte den Inhalt der Arbeit und ihren Platz innerhalb der Organisation wiedergeben. Es empfiehlt sich, die Angaben mit der Teamleitung und, wenn möglich, mit Personen abzustimmen, die die Aufgaben genau kennen.
3. Trennen Sie unverzichtbare von wünschenswerten Anforderungen
Nicht alles, was bei einer Person, die sich bewirbt, von Vorteil wäre, muss zu einer Zugangsvoraussetzung werden. Die Unterscheidung zwischen dem, was für die Ausübung der Arbeit von Anfang an notwendig ist, und dem, was erlernt werden kann oder einen zusätzlichen Mehrwert bietet, hilft dabei, das Profil gezielt zu halten.
4. Machen Sie Kompetenzen anhand beobachtbarer Nachweise bewertbar
Damit Bewerbungen einheitlicher bewertet werden können, sollten Sie festlegen, anhand welcher Nachweise sich jedes Kriterium beurteilen lässt. Statt sich auf allgemeine Eindrücke zu beschränken, kann das Team Interviewfragen, arbeitsbezogene Aufgaben oder Beispiele aus der Berufserfahrung heranziehen, sofern diese zur Stelle passen.
| Kriterium |
Was festzulegen ist |
Möglicher Nachweis zur Bewertung |
| Fachkenntnisse |
Werkzeug, Prozess oder Wissen, das die Stelle erfordert |
Anwendungsbeispiel, Erläuterung eines Prozesses oder passende Aufgabe |
| Organisation |
Welche Aufgaben und Fristen zu koordinieren sind |
Konkretes Beispiel für Planung und Prioritätensetzung |
| Kommunikation |
Mit wem die Person zu tun haben wird und zu welchem Zweck |
Beispiel dafür, wie sie Informationen vermittelt oder einen Vorfall gelöst hat |
| Relevante Berufserfahrung |
Welche Art von beruflicher Situation relevant ist |
Beschreibung früherer Verantwortlichkeiten oder Situationen |
Die Beispiele dienen der Orientierung: Nicht für alle Stellen sind dieselben Kriterien oder Bewertungsmethoden erforderlich. Legen Sie im Voraus fest, worauf Sie achten werden, und wenden Sie auf alle Bewerberinnen und Bewerber vergleichbare Kriterien an. Verwechseln Sie persönliche Sympathie nicht mit der Fähigkeit, die Arbeit auszuführen.
5. Prüfen Sie das Stellenprofil vor der Veröffentlichung
Eine abschließende Prüfung ermöglicht es, sicherzustellen, dass die Ausschreibung und die Bewertung auf einer stimmigen Beschreibung beruhen. Das Stellenprofil kann kurz sein; wichtig ist, dass es für die Personen, die es verwenden, verständlich ist und die Stelle realistisch wiedergibt.
Von der Checkliste zur Ausschreibung
Halten Sie anhand der abgestimmten Antworten ein Stellenprofil fest, das die Stellenbezeichnung, die Hauptaufgabe, die wichtigsten Tätigkeiten, die Verantwortlichkeiten, die Arbeitsbeziehungen, die erforderlichen Kompetenzen und die relevanten Bedingungen umfasst. Formulieren Sie anschließend auf dieser Grundlage die Ausschreibung und bewahren Sie die Bewertungskriterien auf, damit sie bei Interviews oder Auswahlaufgaben als Orientierung dienen.
Das Stellenprofil muss kein starres Dokument sein: Es sollte überarbeitet werden können, wenn sich die Arbeit verändert. Sein Nutzen besteht darin, einen gemeinsamen und konkreten Rahmen zur Erläuterung der Stelle und zur einheitlicheren Bewertung von Bewerbungen zu bieten, nicht darin, allen Unternehmen allgemeingültige Anforderungen vorzuschreiben.