Die japanischen Behörden durchsuchten am 7. Oktober Standorte von Asahi, Kirin, Sapporo und Suntory im Rahmen von Ermittlungen zu einer möglichen Abstimmung der Großhandelspreise für Bier und andere alkoholische Getränke. Die Unternehmen bestätigten die Durchsuchungen und kündigten an, mit der Japanischen Fair Trade Commission (JFTC) zusammenzuarbeiten.
Gegenstand der Ermittlungen ist der Verdacht eines möglichen Verstoßes gegen das japanische Antimonopolgesetz. Die Maßnahme stellt für sich genommen nicht die Feststellung dar, dass die Unternehmen Preise abgesprochen haben: Die Behörden müssen die Sachlage noch aufklären und ermitteln, ob ein gesetzeswidriges Verhalten vorlag.
Was untersucht wird und was bekannt ist
Die von der BBC zitierte Berichterstattung der Japan Times richtet den Fokus auf Preiserhöhungen, die im Oktober 2022 und im April 2025 vorgenommen wurden. Die Unternehmen hatten diese Erhöhungen mit gestiegenen Rohstoffpreisen und anderen Kosten, darunter Energie und Transport, begründet. Diese geschäftlichen Gründe beantworten nicht die Frage, die die JFTC prüft: ob die Entscheidungen unabhängig voneinander getroffen wurden oder ob eine Abstimmung zwischen Wettbewerbern stattgefunden hat.
Eine von AFP zitierte anonyme Quelle erklärte, die Ermittlungen beträfen ein mögliches Großhandelspreiskartell und Vertreter der Unternehmen könnten sich regelmäßig getroffen haben, um über Preise und den Zeitpunkt von Erhöhungen zu sprechen. Dabei handelt es sich um der Quelle zugeschriebene Behauptungen, nicht um offiziell bestätigte Tatsachen. Der Generalsekretär der JFTC, Iwanari Hiroo, erklärte, er bestreite nicht, dass Ermittlungen liefen, lehnte aber eine Stellungnahme zu Einzelheiten ab, da die Prüfung noch in einem frühen Stadium sei.
Die Unternehmen erklären, kooperieren zu wollen
Alle vier Brauereien bestätigten, dass ihre Standorte durchsucht worden seien, und erklärten, mit den Behörden zusammenzuarbeiten. Kirin erklärte, man nehme die Angelegenheit sehr ernst und habe die Auswirkungen auf die Finanzergebnisse bislang noch nicht ermittelt. Suntory bestätigte eine Durchsuchung im Zusammenhang mit einem möglichen Verstoß gegen das Antimonopolgesetz bei den Geschäftspraktiken im japanischen Handel mit alkoholischen Getränken; auch Asahi bestätigte, dass gegen das Unternehmen ermittelt werde. Die vorliegenden Erklärungen enthalten keine Schlussfolgerung zum untersuchten Verhalten.
Rechtlicher Rahmen und nächste Schritte
Die Ermittlungen finden in Japan statt und betreffen mögliche Praktiken unter Wettbewerbern im Getränkehandel. Allgemein verbieten die kartellrechtlichen Vorschriften Absprachen zwischen Unternehmen, die den Wettbewerb beschränken, darunter die koordinierte Festsetzung von Preisen. Die verfügbaren Informationen belegen jedoch nicht, dass die JFTC eine Absprache nachgewiesen hat, und lassen auch nicht erkennen, ob es zu Sanktionen oder strafrechtlichen Anklagen kommen wird.
Durchsuchungen sind eine Ermittlungsmaßnahme und keine Entscheidung über eine Verantwortlichkeit. Laut der Berichterstattung von News on Japan wird das Verfahren als besonderes strafrechtliches Ermittlungsverfahren geführt; die Durchsuchungen fanden mit richterlicher Genehmigung statt. Die Behörde muss Beweise sammeln und bewerten, bevor sie über das weitere Vorgehen entscheidet. Bislang wurde auch nicht offiziell festgestellt, welche Folgen der Fall für die Unternehmen oder ihre Kunden haben könnte.
Die Bedeutung für den Markt hängt davon ab, was die Ermittlungen ergeben. Sollte eine wettbewerbsbeschränkende Abstimmung nachgewiesen werden, könnte sich die Frage stellen, ob Käufer andere Preise zahlten, als sie sich bei unabhängigen Entscheidungen ergeben hätten. Diese Möglichkeit bleibt eine Hypothese: Die verfügbaren Quellen beziffern keinen Schaden und belegen nicht, dass ein solcher entstanden ist.